Eine Revolution für unsere Demokratie

Reformen reichen nicht mehr aus, die Situation ist zu ernst. Abgeordnete können sich ganz legal bereichern, echte Mitbestimmung wird nicht nur nicht ermöglicht sondern immer weiter eingeschränkt; Arme Menschen werden ärmer und Reiche werden reicher; Ressourcen, Umweltschutz und Klima werden der Profitgier geopfert.
Soziale Gerechtigkeit spielt immer noch eine untergeordnete Rolle.
Wir wollen nicht weiter zusehen und fordern eine Revolution in diesen Bereichen.

Unsere Revolution

Demokratie, Mitbestimmung, Parteien & Politik

Unsere Demokratie ist fest in der Hand von Lobbys. Sie formulieren Gesetze, finanzieren Parteien und deren Wahlkämpfe, sorgen mit Medienkonzernen und Anzeigen für eine Stimmung, die ihren Interessen dient. Abgeordnete werden direkt oder indirekt von Lobbys oder Konzernen dafür bezahlt, deren Interessen durchzusetzen.

Viele Menschen wenden sich von Politik und Parteien ab, statt die oben beschriebene Situation zu verändern. Zu attraktiv scheinen die Angebote, sich abzulenken und der Mehrheit der Menschen in Deutschland und Europa geht es noch vergleichsweise gut.

Wir fordern ein mehrstufiges Verfahren aus Bürger*innen-Räten, Wahlkreisparlamenten, um zu besseren und demokratischeren Entscheidungen zu kommen. Jedes dieser Instrumente für sich hat Schwächen, aber zusammen sorgen sie für eine Verbesserung der Demokratie.

Auch die Einbeziehung der Meinung der Menschen ist durch das Internet leichter den je. Es gibt Plattformen wie Democracy, Consul, Decidim, Pol.is und viele mehr, über die Menschen sich auch im Bereich Demokratie austauschen und vernetzen können.

Für Abgeordnete fordern wir einen Ethik-Kodex, der sie zu Transparenz und Unabhängigkeit verpflichtet. Für Parteien fordern wir ein Verbot von Unternehmensspenden und hohen Privatspenden, um deren Unabhängigkeit zu gewährleisten. Für Parlamente fordern wir Transparenz und Demokratie. Geheime Ausschüsse, Fraktionszwang, Gesetze und Ministerien unter der Kontrolle von Lobbys müssen entschlossen bekämpft und abgeschafft werden.

Umwelt & Klima

Nachhaltigkeit, Ressourcenschutz, Umweltschutz und Klimaschutz müssen oberstes Ziel sein. Allerdings werden wir das nicht ohne eine Verbesserung der Demokratie erreichen, daher gewichten wir dieses Ziel höher.

Wir wollen weg von der hemmungslosen Verschwendung, vom Überkonsum und von der Überproduktion. Diese Dinge werden uns als „Wohlstand“ verkauft, aber eigentlich dienen sie nur dem Wohlstand der Lobbys und Konzerne. Langfristig werden sie unsere Lebensgrundlage vernichten.

Diese Ziele lassen sich mit kleinen, aber gezielten Veränderungen erreichen. Eine Besteuerung von Ressourcenverbrauch, Verschmutzung und Konsum, die den tatsächlichen Kosten entsprechen, würde bereits sehr viel bewirken. Wenn nur Produkte verkauft werden dürfen, die reparierbar sind, deren Ersatzteile auch von anderen Herstellern angeboten werden dürfen und deren Schaltpläne, Soft- und Firmware offen vorliegen, würde das viele Produkte länger benutzbar machen. Alleine der einfache Austausch von Akkus würde jährlich viele Tonnen Elektroschrott vermeiden.

Wir wollen individuelle Mobilität nicht einschränken. Aber wir wollen, dass alternative Konzepte so ansprechend werden, dass weniger Menschen ein eigenes Auto wollen. Warum muss man mit dem Rad oft länger an einer Kreuzung im Regen stehen, als Menschen in Autos, die Dach, Heizung und Musik haben? Warum wird Flugverkehr subventioniert, aber die Bahn muss sich dem harten Wettbewerb stellen? Warum kostet die Benutzung des ÖPNV erheblich mehr als das Parken in der City? Mit kleinen Veränderungen können wir viel erreichen.

Bildung

Die Zeit der Reformen ist vorbei – wir brauchen eine Bildungsrevolution. Bildung neu denken müssen wir nicht, denn es gibt zahlreiche Expert*innen, die schon lange ein Umdenken fordern. Es gibt viele Schulen, in denen diese Forderungen bereits umgesetzt werden. Wir wollen diesen Ideen und Erfahrungen eine politische Stimme geben und erreichen, dass auch alle Regelschulen unseren Kindern echte und nachhaltige Bildung vermitteln.

  • Kinderrechte, Selbstbestimmung, Mitbestimmung
    • Menschenrechte und Kinderrechte müssen auch in der Schule gelten. Selbstbestimmung und Achtung der Persönlichkeit haben absolute Priorität.
    • Kinder sollen Mitbestimmung und Konsens lernen, um vollwertige Mitglieder unserer Gesellschaft zu sein. Das soziale Miteinander muss in der Schule von Anfang an geübt und gelebt werden. Im Vordergrund soll das Lösen von Konflikten und Problemen stehen.
    • Die Demokratisierung der Gesellschaft soll in der Schule beginnen. Aus selbstbewussten und umsichtigen Kindern werden mündige Erwachsene, die gelernt haben, allen Menschen und Herausforderungen offen zu begegnen. Darin sehen wir die Chance für die Gesellschaft, sich weiter zu entwickeln.
  • Erfahrung, Ermutigung, Förderung
    • Die Schule soll Kindern echte und nachhaltige Bildung vermitteln. Bildung ist Erfahrung. Daher sollen Erfahrungen aus Kindern nachhaltig gebildete Menschen machen.
    • Wenn Kinder sich für ein Thema begeistern, setzen sie auch ohne Druck ihre Energie frei. Daher muss die Begeisterung das Ziel aller Bemühungen um Bildung sein. Druck und Stress sind schädlich. Sie sind unter allen Umständen zu vermeiden.
    • Kinder sollen für ihre Weiterentwicklung belohnt und gefördert werden. Hierfür wird kein Notensystem benötigt. Zum Beispiel im Sport sollen nicht absolute Leistungen bewertet werden, sondern die Begeisterung für eine Fähigkeit gelobt und gefördert werden.
    • Kinder sollen Bildung selbst erreichen können, angeleitet und unterstützt durch Lehrer*innen. Eine Schule, die viele nur mit Hilfe von Eltern, Nachhilfelehrer*innen und zusätzlichen Lehrwerken erfolgreich abschließen können, wollen wir nicht.
    • Hausaufgaben, starre Stundenraster und ungesunde Regelungen lehnen wir ab. Die Schule soll nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen in Chronobiologie, Neurobiologie, Ergonomie, etc. neu konzipiert werden und sich immer wieder erneuern können. Daher messen wir Laborschulen und -klassen eine große Bedeutung zu.
    • Die ständige Verbesserung der Schule muss zum Standard werden. Dazu wünschen wir uns mehr Freiheiten in den Schulen, aber auch mehr Rückmeldungen an die Schule. Schüler*innen, Lehrer*innen, Schulleitung und Eltern sollen einander Rückmeldungen geben, die systematisch aufgegriffen und qualitätsorientiert behandelt werden.
  • Miteinander in Vielfalt
    • Das Hauptziel ist die freie Entfaltung selbstbewusster Persönlichkeiten. Diese werden von sich aus ihre Welt für sich entdecken, mit einem geschulten Blick für Probleme und Zusammenhänge, mit Rücksicht auf andere Menschen und mit Respekt vor der Natur.
    • Die Schule soll ein Abbild der Gesellschaft sein und ein Raum des sozialen Miteinanders. Die Förderung von Sozialkompetenzen sowie deren gezielte Entwicklung soll Kern der echten Bildung sein.
    • Inklusion ist eine Selbstverständlichkeit. Damit meinen wir die Inklusion aller Menschen. Ohne den Druck, gewisse Leistungen zu erbringen, wird Raum und Zeit frei, sich mit dem menschlichen Miteinander zu befassen und zu lernen, wie man gemeinsam in Vielfalt leben kann.
  • Soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit
    • Soziale Unterschiede dürfen nicht den Bildungserfolg bestimmen. Man wird diesen Faktor nie ganz ausschließen können, jedoch wollen wir ihn so weit wie möglich reduzieren. Dass viele Kinder Abschlüsse nur mit Nachhilfe, Zusatzliteratur und massiver Unterstützung der Eltern schaffen können, ist sozial ungerecht und für die Kinder frustrierend.
    • Frühkindliche Erfahrungen legen die Grundsteine für die spätere Entwicklung. Die Stärkung in diesem Bereich soll das Lernverhalten sowie das emotionale Verhalten fördern
    • Investitionen sind dringend erforderlich, um die Mittel für dringend erforderliche Verbesserungen bereit zu stellen.

Soziale Gerechtigkeit

Unsere Gesellschaft steht vor einem Umbruch, der mit der industriellen Revolution vergleichbar ist. Die Information ist der Rohstoff des
21. Jahrhunderts und deren Verarbeitung kann aufgrund der Datenmenge nur automatisiert erfolgen. So wie es heute normal ist, Lasten durch Maschinen zu bewegen, wird es normal werden, jegliche Informationen durch Maschinen zu verarbeiten.

Die industrielle Revolution ist noch nicht abgeschlossen und auch noch nicht in all ihren Aspekten verstanden, aber wir wissen, dass sie bereits viel Leid verursacht hat. Da die nächste Revolution bereits begonnen hat, brauchen wir neue Konzepte, um Menschen eine Perspektive jenseits der Fließbänder und Großraumbüros zu geben.

Auch das Zurückfahren von Produktion und Verbrauch stellt Menschen heute vor Ängste, die konsequentes Handeln erschweren. Nur wenn wir diese Ängste durch klare Konzepte abbauen, werden wir Ziele wie Gemeinwohlökonomie und eine Postwachstumsgesellschaft erreichen können.

Das Kernelement ist unserer Meinung nach ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE). Menschen ohne oder mit wenig finanziellen Einnahmen muss ohne Rechtfertigungszwang und ohne Sanktion ein Einkommen gesichert sein, das ein selbstbestimmtes Leben und soziale Teilhabe oberhalb der Armutsgrenze ermöglicht.

Eine stärkere Besteuerung von hohen bis sehr hohen Einkommen sowie Erbschaften gehört für uns ebenso dazu wie eine Luxus- und Vermögenssteuer und das konsequente Schließen von Steuerlücken. Superreiche und große Konzerne genießen den sozialen Frieden in Deutschland und Europa, beteiligen sich aber im Verhältnis zu ihren Gewinnen nicht gerecht an den Kosten.

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